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Zuwanderer: Beim Fußball ist die Sympathie geteilt

Deutsche ausländischer Abstammung favorisieren zu gleichen Teilen Fußballteams aus dem Herkunftsland und deutsche Mannschaften


>>07. August 2009<< Bei internationalen Fußballspielen schlagen offenbar zwei Herzen in der Brust von Zuwanderern mit deutschem Pass. Spielt ein deutsches Team gegen eine Mannschaft aus dem Herkunftsland, stehen knapp 30 Prozent der Zuwanderer zur Elf aus Deutschland. Ebenfalls 30 Prozent halten zur Mannschaft aus dem Herkunftsland. Unentschieden darüber, wem sie die Daumen drücken sollen, sind 27 Prozent. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung hervor.
Ein anderes Bild ergibt sich, zählt man auch die Antworten der Zuwanderer mit, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Von allen Migranten sympathisiert jeder zweite mit den Kickern seines Herkunftslandes, während lediglich nur noch bei 16 Prozent der Befragten das Herz für deutsche Teams schlägt. 22 Prozent sind unentschieden und 12 Prozent fiebern mit keiner Mannschaft mit. Mehr Männer (52 Prozent) als Frauen (48 Prozent) bekennen sich zu den Mannschaften aus den Herkunftsländern.
Während sich die Älteren stärker auf der Seite der Teams aus ihrem Herkunftsland schlagen, stehen die jüngeren Zuwanderer eher auf der Seite deutscher Mannschaften. Die Umfrage deutet allerdings auch die Tendenz an, dass Zuwanderer der dritten Generation wieder stärker mit den Mannschaften aus dem Land ihrer Großeltern mitfiebern.

Insgesamt bestätigt die Befragung die Ergebnisse früherer Untersuchungen, nach denen sich 41 Prozent der Zuwanderer Deutschland und ihrem Heimatland gleichermaßen verbunden fühlen. Die meisten empfinden dieses eher als einen Vorteil und weniger als Identitätskonflikt. Drei Viertel von ihnen möchten die Werte und Traditionen aus der Herkunftsgesellschaft mit Werten und Traditionen in Deutschland verbinden.

Die Umfragewerte zum Thema Fußball sind das Teilergebnis einer großen quantitativen Befragung von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt und stützt sich auf 1.581 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung mit Migrationshintergrund aus der Türkei, der ehemaligen Sowjetunion (bzw. den Nachfolgestaaten Kasachstan, Russland, Ukraine), dem ehemaligen Jugoslawien (bzw. den Nachfolgestaaten Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Montenegro, Kosovo, Mazedonien, Slowenien), Polen, Italien, Spanien und Griechenland ab 16 Jahren. Analog zur Definition, die dem Mikrozensus zu Grunde liegt, wurden sowohl ausländische als auch deutsche Staatsbürger befragt, die entweder selbst aus dem Ausland zugewandert sind oder die zwar in Deutschland geboren sind, von denen aber mindestens ein Elternteil nach 1950 aus dem Ausland zugewandert ist. Die Befragung wurde mit teilweise zweisprachigen Interviewern sowie mehrsprachigen Fragebogen durchgeführt. Die face-to-face-Interviews fanden im 1. Quartal 2009 statt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bertelsmann-stiftung.de

 

     
 
 


Bildungsbericht der EU-Kommission: Lehrer in Deutschland zu alt


<<18.07.2009>>In kaum einem anderen europäischen Land gibt es so viele alte Lehrer wie in der Bundesrepublik. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuell veröffentlichte Studie der EU-Kommission „Key Data on Education in Europe 2009“. Die "Schlüsselzahlen zum Bildungswesen in Europa", zeigen: Fast jeder zweite Lehrer in Deutschland ist über 50 und wird in den kommenden 10 bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen.
Laut EU-Analyse gehören deutsche Grundschullehrer im europäischen Vergleich zu den ältesten. An weiterführenden Schulen werde die Bundesrepublik nur noch von Italien übertroffen. EU-Bildungskommissar Ján Figel warnt deshalb auch vor Lehrermangel in einigen Bereichen. Denn nicht nur in Deutschland auch in vielen anderen europäischen Ländern gehen in den nächsten Jahren Lehrkräfte in erheblichem Umfang in den Ruhestand.

Auch die GEW hat in der Vergangenheit immer wieder auf einen kommenden Lehrermangel hin gewiesen und bereits 2008 eine Online-Lehrerbefragung gestartet. Ergebnis der GEW-Befragung: viele Lehrkräfte in Deutschland sind nicht mehr die Jüngsten. 42 Prozent von ihnen sind älter als 50 Jahre, bei den Schulleitern sind es sogar 72 Prozent.

Der EU-Kommission bereitet jedoch nicht nur das künftige Ausscheiden der älteren Lehrer und der damit verbundene Nachwuchsmangel Sorgen. Die Kommission befürchtet, dass ein fortgeschrittenes Durchschnittsalter der Lehrer auch Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts haben könne. "Viele neue Lehr- und Lernmethoden werden nicht angewandt", sagt Stanislav Ranguelov, der an der Studie mitgearbeitet hat. Die Studie belege beispielsweise, dass in Deutschland nur etwa 20 Prozent der Viertklässler in Gruppenarbeit das Lesen übten. Das sei zu wenig, wie der europäische Vergleich zeige. Deshalb bräuchten gerade Lehrer im fortgeschrittenen Alter mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.

Download der EU-Studie unter: http://eacea.ec.europa.eu/education/eurydice/documents/key_data_series/105EN.pdf

 

     
 
Redaktion und Recherche